Ofen
Ersatzobjekt
»Da geht die Tür auf und ein Mann winkt, ich soll zu ihm kommen. Und ich denke mir: Oh, endlich … Jetzt habe ich es geschafft. Jetzt ist alles, wofür ich gearbeitet habe, erfüllt und es funktioniert. Ich habe mich so gefreut. Voller Freude laufe ich auf den Menschen zu. Und der nimmt mich, schleudert mich auf den Boden.«
- Zitat
- »Da geht die Tür auf und ein Mann winkt, ich soll zu ihm kommen. Und ich denke mir: Oh, endlich … Jetzt habe ich es geschafft. Jetzt ist alles, wofür ich gearbeitet habe, erfüllt und es funktioniert. Ich habe mich so gefreut. Voller Freude laufe ich auf den Menschen zu. Und der nimmt mich, schleudert mich auf den Boden.«
- Ding-Geschichte (»plot«)
- Michaela irrte durchs Zentrum einer großen Stadt. Als sie eine offene Haustür sah, ging sie hinein, und dort in den Keller. Dort lagen Dinge wie alte Leuchtstoffröhren und Spiegel herum, die sie zerschlug. Einen alten Ofen, der dort stand, zerlegte sie Stück für Stück. Dabei ging es darum, eine Atombombe zu entschärfen. Da sah sie Personen an der Kellertür stehen und ihr zuwinken. »Endlich!«, dachte sie, und lief freudig zu ihnen im Glauben, man würde ihr zu der erfolgreich gelösten Aufgabe gratulieren. Die Personen waren Polizisten, warfen sie zu Boden, einer trat ihr ins Gesicht. Mit blutender Nase und in Handschellen wurde Michaela auf die Polizeiwache und anschließend in die Psychiatrie gebracht.
- Zum Kontext Person
- Michaela macht heute Polizeischulungen zum Umgang mit Menschen in seelischen Krisen.
- Zum Kontext Forschung
- Die Interviewerin stellte anhand der Tonaufnahme fest, dass Michaela und sie mehrfach gemeinsam lachten während der hier zitierten Sequenz. Dies mag angesichts der dramatischen Wendung überraschend sein. Es kann als Ausdruck von Wiedererkennen und Vertrautheit verstanden werden. Abstrakter ausgedrückt als ein »Herstellen von Indigenität«. Jedenfalls entsteht dies nur, wenn Stigmatisierung und Pathologisierung verrückter Erfahrung abwesend sind.
- In Streifzügen